Diesel-Fahrverbote überflüssig machen!

Jörg Heynkes am Elektroauto
Was wäre eigentlich, wenn alle Autos morgen elektrisch fahren würden?
Oktober 11, 2016
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Diesel-Fahrverbote überflüssig machen!

Die baden-württembergische Landesregierung hat nun endlich gehandelt und die notwendigen Voraussetzungen geschaffen, um im Falle von zu hohen Feinstaubbelastungen, wie sie zum Beispiel immer wieder in Stuttgart bestehen, Fahrverbote für Dieselfahrzeuge zu erlassen.

Wer die ausgesprochen hohen Belastungen in vielen Städten von NRW, u.a. auch in Wuppertal kennt, der kann sich eines ausrechnen:

Es ist nur noch eine Frage der Zeit, bis wir gleiches hier in Wuppertal und NRW erleben werden. Denn auch in NRW können die Kommunen und das Land nicht länger rechtswidrig handeln und ihre BürgerInnen diesen hochgradig gesundheitsschädlichen Belastungen aussetzen.

Immerhin sterben Schätzungen zufolge jährlich etwa 10.000 Menschen in Deutschland an den Folgen dieser Schadstoffbelastungen, Hunderttausende erkranken an unterschiedlichen Krankheitsbildern wie z.b. Asthma in diesem Zusammenhang. Abgesehen von dem schrecklichen persönlichen Schicksal ist dieses volkswirtschaftlicher Wahnsinn!

Als unabhängige Kandidat (mit Unterstützung der Wuppertaler Grünen) bei der Landtagswahl am 14. Mai, fordere ich die Verantwortlichen in Wuppertal und in der Landesregierung auf, nun endlich ins Handeln zu kommen und alle Voraussetzungen dafür zu schaffen, dass im Notfall ebenfalls Fahrverbote erlassen werden.

Vor allem aber fordere ich die Stadt und die Landesregierung dazu auf, endlich konkret initiativ zu werden um diese Fahrverbote überflüssig zu machen und die Voraussetzungen dafür zu schaffen, dass die BürgerInnen endlich wieder saubere Luft einatmen können.

Wir haben alle technischen Möglichkeiten und wirtschaftlichen Voraussetzungen, um hier endlich die Gesundheit unserer BürgerInnnen zu schützen, wertvolle Ressourcen einzusparen und die Umwelt nachhaltig zu schützen. Jetzt ist der Zeitpunkt gekommen, um endlich in großem Stil auf die effiziente und saubere Elektromobilität umzusteigen und den Ausbau der Photovoltaik konsequent voran zu treiben. Ich fordere Oberbürgermeister Mucke auf, für einen konsequenten Umstieg im Fuhrpark der Stadt und bei allen städtischen Tochterbetrieben wie z.B. den WSW und der AWG zu sorgen. Ab sofort müssen alle Fahrzeuge die turnusmäßig ersetzt werden, als emmisionslose Elektromobile angeschafft werden. Die Reichweiten der neuen Fahrzeuggeneration mit durchschnittlich 250-300 km Reichweite je Ladung sind absolut ausreichend. Auch die etwas höheren Anschaffungspreise stellen keine relevante Barriere mehr dar, da die Ersparnisse diese im Betrieb wieder einspielen. Die gleiche Forderung ergeht an die Landesregierung! Alle Fuhrparks von landeseigenen Einrichtungen und Betrieben sollten ab sofort in aller Konsequenz umgestellt werden. Es gibt keinen Grund, es nicht zu tun. Außer Ignoranz der Verantwortlichen. Selbstverständlich sollten die WSW Mobil ihren begonnenen Transformationsprozess hin zu Nahverkehrsbussen mit sauberem Elektroantrieb, ob nun mit Wasserstoff- oder Akkuspeicher unbedingt beschleunigen.

Gleichzeitig sollen Kommunen und Land die entscheidenden Schritte zum Ausbau der Erzeugung erneuerbarer Energien mit Hilfe der absolut wirtschaftlichen Photovoltaik vorantreiben.

Alle Dächer, die technisch geeignet sind und sich im Besitz von Land, Kommunen und Tochterbetrieben befinden, müssen so schnell wie möglich mit eigenen Solaranlagen ausgestattet werden. Bei einer direkten Einspeisung des erzeugten Stroms in die jeweiligen Objekte ist eine Wirtschaftlichkeit kein Problem mehr, wenn man die stark gesunkenen Preise der Erzeugungsanlagen berücksichtigt.

Und das immer noch bestehende Problem der absolut mangelnden Ladeinfrastruktur für Elektromobile sollte unbedingt im gleichen Programm gelöst werden. Wenn vor all den o.g. kommunalen und landeseigenen Gebäuden entsprechende Ladesäulen gebaut werden, dann haben wir im gleichem Moment auch dieses Problem ein ganzes Stück weit gelöst.

Für die Kämmerer und den Finanzminister des Landes habe ich dann auch noch eine frohe Botschaft parat: Die Kosten für die Anschaffung der Elektromobile rechnen sich durch die Einsparungen bei den Betriebskosten für Energie, Wartung und Steuern. Den Bau und die Finanzierung der Investitionskosten für den Bau der Energieerzeugungsanlagen sollten die Kommunen und das Land den Bürgerenergiegenossenschaften des Landes überlassen. Diese können hier ein wunderbares Projekt zum Bau der größten Bürgersolaranlage der Welt mit den Bürgern des Landes finanzieren.

Jeder Sparer wäre heute doch froh, eine Rendite von 2% für seine Ersparnisse erwirtschaften zu können.

Fazit: Die massiven Umweltprobleme in Bezug auf die Luftverschmutzung in unseren Städten genauso angehen, wie den Ausbau von Elektromobilität und Ladeinfrastruktur. Gleichzeitig den Ausbau der erneuerbaren Energien richtig voranbringen und den BürgerInnen eine Möglichkeit zur Partizipation und Rendite geben.

Gemeinsam mit den IHKn und anderen Unternehmerverbänden sollten Kommunen und die Landesregierung einen beschleunigten Umstellungsprozess in Industrie und Wirtschaft einfordern.

Auch die Unternehmen der Region und im Land sind nachdrücklich aufgefordert, nun Flagge zu zeigen und in den Bereichen der Mobilität, des Baus von Ladeinfrastruktur und der eigenen Stromerzeugung mittels Photovoltaikanlagen, Vollgas zu geben. Technologische Innovation geht hier einher mit sozialer Innovation, Ressourceneffizienz und zukünftiger Kostensenkung für alle Beteiligten. Der notwendige Umbau unserer Gesellschaft in diesen Bereichen kann nur gelingen, wenn alle Kräfte an einem Strang ziehen. Lassen Sie uns endlich beginnen!

 

3 Comments

  1. Manfred Lingk sagt:

    Eigentlich stimme ich dem ja voll zu, das Problem ist nur die Reichweite der Fahrzeuge und der Ladestationen und die Dauer des Ladens.
    Und dann haben wir noch das kleine Problem das keiner mehr Atomstrom oder den Braunkohlestrom will.
    Dazu kommt das in vielen Regionen die Menschen auf die Straße gehen weil sie nicht ihre Landschaft mit Windrädern zugestellt
    haben möchte . Örtliche große oder viele kleine Solaranlagen zur Stromerzeugung währen wohl ein guter Weg,aber da fehlt auch noch
    die Akzeptanz vieler Bürger.
    Und solang der Strom aus der Steckdose kommt machen sich die wenigsten Gedanken darüber.

    Mfg Manfred Lingk

  2. Liebe Stadtverwaltung Wuppertal,
    wie wäre es, wenn Sie bei dieser meiner Initiative mit einer Interessenbekundung oder gleich einer Reservierung mitmachen? So wie es die Stadtverwaltung Düsseldorf und die Metropolregion Hannover Braunschweig Göttingen Wolfsburg als Kommunale Player bereits getan haben. Dann haben wir alle gemeinsam die Chance schneller elektrisch und sauber zu fahren. Erste Infos finden Sie hier im Facebook-Link oder Sie fordern Infos unter info@ihr-baecker-schueren.de an.
    Viele Grüße
    Roland Schüren
    https://www.facebook.com/E-Transporter-Selbsthilfegruppe-powered-by-Ihr-Bäcker-Schüren-343777369340979/

  3. Stephan Schäfer-Mehdi sagt:

    Der Feinstaub kommt überwiegend vom Abrieb von Bremsen und Reifen. Daran ändern auch Elektroautos nichts. Bezahlbare umweltfreundliche Mobilität für alle muss das Thema sein. KW-strotzende Elektrokarren sind ein Holzweg. Zudem ist die Gesamt-Ökobilanz, wenn man Herstellung und Batterie hinzuzieht, auch nicht besser. Die 20 Jahre alte Benzinkarre ist umweltfreundlicher.
    Und wir könnten ganz schnell viel mehr fürs Klima machen, wenn wir alle nur noch 50% so viel Fleisch essen. Denn die globale Fleischproduktion ist schlimmer als Straßen-, Bahn- und Schiffsverkehr. Damit könnte man übrigens sofort anfangen.

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