Was wäre eigentlich, wenn alle Autos morgen elektrisch fahren würden?

img_1349.jpg
Erkenntnisgewinn! Dank an die WZ
Oktober 8, 2016
img_0318.jpg
Diesel-Fahrverbote überflüssig machen!
Februar 23, 2017
Zeige Alle

Was wäre eigentlich, wenn alle Autos morgen elektrisch fahren würden?

Jörg Heynkes am Elektroauto

Die Mobilität betreffend, befinden wir uns aktuell in einer Übergangsphase.

Durch die Entwicklung der merklich effizienteren und auch sauberen Elektromobilität werden wir bereits in wenigen Jahren deutliche Fortschritte machen. Aber was würde passieren, wenn morgen hier in Deutschland alle Autos elektrisch unterwegs wären?

Geht das überhaupt? Haben wir überhaupt genug elektrische Energie, also Strom, für dieses Szenario?

Wenn man sich die Zahlen und Fakten näher anschaut, lautet die einzige und überraschend eindeutige Antwort auf beide Fragen:  „Ja!“

Der deutsche Stromverbrauch im Jahr 2015 liegt bei circa. 600 Terrawattstunden. Das sind umgerechnet 600 Milliarden kWh Strom.

Im gleichen Jahr gab es circa 40 Millionen PKWs auf den Straßen Deutschlands.

Die durchschnittliche Fahrstrecke eines PKWs in Deutschland liegt bei circa 12.000 km pro Jahr.

Ein Elektroauto benötigt im Jahresdurchschnitt circa 17 kWh pro 100 km.

Das bedeutet circa 2000 kWh Strom pro Fahrzeug pro Jahr.

Multipliziert mit den ca. 40.000.000 PKWs macht das in etwa 80 TWh zusätzlichen Bedarf.

Also sprechen wir von weniger als 15% zusätzlichem Strombedarf, wenn tatsächlich morgen alle PKWs elektrisch unterwegs wären.

Da bei der Herstellung von Treibstoff enorme Mengen an Strom verbraucht werden (1,5 kwh je Liter Benzin), ist es aber in Wirklichkeit noch viel weniger. Denn es werden jährlich ca. 55 TWh Strom für die Herstellung des Treibstoffs verbraucht. Also sind es unter’m Strich gerade mal ca. 25 TWh zusätzlicher Strombedarf. Wir sprechen also schlussendlich von ca. 4% zusätzlichem Strombedarf, der in Deutschland entstehen würde, wenn tatsächlich alle PKWs morgen elektrisch fahren würden… Eine Menge, die sich sehr schnell zusätzlich durch Solar- und Windkraftanlagen erstellen ließe; sogar noch schneller, wenn die Bundesregierung ihre aktuelle Sabotagehaltung gegenüber der Energiewende aufgeben würde.

Analog dazu würden circa 35 Millionen Tonnen an Diesel und Benzinkraftstoff samt deren Emissionen, sprich Schadstoffen, eingespart werden. Gleiches gilt auch für die daraus resultierenden Folgekosten für das Gesundheitswesen und administrative Maßnahmen der Behörden zu deren Eindämmung.

Ein postitiver Effekt wäre sicherlich auch, dass plötzlich ein erheblicher Teil des Lärms aus unseren Städten entschwunden wäre, was weiterhin einen Großteil der Gesundheitskosten einsparen würde, denn Lärm macht uns krank! Darüber hinaus würden die Gebäude dank des geringeren Schadstoffgehalts in der Luft deutlich weniger beschädigt und und und.

Sicherlich ebenfalls ein sehr spannender Aspekt:

Aktuell findet ein großer Teil der Wertschöpfung bei den Benzinverbräuchen im außereuropäischen Ausland statt. Bei einer Elektromobilitätsflotte und der entsprechenden Energieproduktion mit regenerativen Energien im eigenen Land, z.B. durch Solar- und Windkraftanlagen, würde diese gesamte Wertschöpfung nach Deutschland und vornehmlich in den Mittelstand verlagert.

Das würde hunderttausend zusätzliche Arbeitsplätze bedeuten….Hallo? Politik? Aufwachen!!

4 Comments

  1. Nino sagt:

    Sehr guter Überblick. Fairerweise müsste noch der durchschnittliche Ladeverlust eingerechnet werden. Natürlich würde das nichts an der grundsätzlichen Sinnhaftigkeit ändern!

  2. Michel Kangro sagt:

    Im Artikel heißt es, „großer Teil der Wertschöpfung [findet] bei den Benzinverbräuchen im außereuropäischen Ausland“ statt. Gilt das denn dann nicht auch für die entsprechenden Stromverbräuche? Kann man die Einsparungen dann wirklich dem deutschen oder europäischen Binnenmarkt anrechnen?

  3. Energie haben wir vielleicht genug (man kann auch stationär Diesel und ä. verstromen, wenn es eng werden sollte) aber die Frage ist: haben wir genug Kupfer?. Zum Glück dauert die Umstellung ja einige Jahre. Faszinierend finde ich die technischen Möglichkeiten, _wirklich_ sparsame Leicht-Fahrzeuge zu bauen, und die Radnabentechnik mit ihren tollen Optionen.

  4. michael klee sagt:

    Tankstellen müßten nicht in der Bedeutungslosigkeit verschwinden,
    wenn die Indrustrien sich auf standartisierte Wechselakkus verständigen und Lösungen finden könnte, wie man diese in einm
    Clip-off Verfahren, in kürzester Zeit, aus einem Fahrzeug abtrennen
    und gegen Geladene austauschen,
    könnte.
    Je nach Leistung des Fahrzeuges,
    in der Anzahl.variabel, denn auch der
    Güterverkehr sollte mitbedacht werden.
    Tankstellen, aber auch andere Einrichtungen, können in diesen Kreislauf eingebunden werden,
    so daß Kommunem sich kaum.Gedanken darüber machen müßten, die nächste,
    mit allen öffentlichen Ehren eingeweihte,
    Stromzapfäule hinter dem Walldorf- Kindergarten einweihen zu müssen

    Dieser Gedanke ist nicht neu,
    aber er sollte vielleicht,
    der Arbeitsplätze wegen,
    nicht vergessen werden.

    Wo sonst kriegt man noch Nachts um
    Drei, noch’n vollen Akku und ’n Bier.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind markiert *